Schafgarbe (Achillea millefolium) ist nach dem griechischen Helden Achilles benannt, der sie zur Wundbehandlung nutzte. Diese bescheidene Wiesenpflanze ist tatsächlich eine der vielseitigsten Heilpflanzen Europas — entzündungshemmend, wundheilend, schweißtreibend und krampflösend.

Wirkstoffe der Schafgarbe

  • Proazulen/Chamazulen (antientzündlich)
  • Achillin (Bitterstoffe, verdauungsfördernd)
  • Flavonoide: Luteolin, Apigenin
  • Ätherisches Öl: Campher, Cineol
  • Gerbstoffe (wundheilend, adstringierend)
  • Kalium (entwässernd)

Anwendungsgebiete

  • Wunden und Blutungen (wundheilend, blutstillend)
  • Fieber (schweißtreibend)
  • Menstruationsbeschwerden (krampflösend)
  • Magen-Darm-Probleme (Bitterstoffe, verdauungsfördernd)
  • Hämorrhoiden (Sitzbäder)
  • Leberschwäche (gallefördernd)

Schafgarben-Tee

2 TL getrocknete Schafgarbenkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten abgedeckt ziehen. 3 Mal täglich trinken. Bei Fieber heiß trinken und zudecken (schweißtreibend).

Äußerliche Anwendung

Frische Schafgarbenblätter direkt auf Wunden legen — das blutstillende Prinzip des Achilles. Die Gerbstoffe ziehen das Gewebe zusammen und fördern die Wundheilung.

Schafgarben-Sitzbad bei Hämorrhoiden: Handvoll Schafgarbenkraut 20 Minuten in Wasser aufkochen. Abseihen und dem Sitzbad zugeben. 15–20 Minuten sitzen.

Schafgarbe kann Kontaktallergien auslösen, besonders bei Korbblütler-Allergie. Kreuzallergie mit Kamille, Rainfarn und Chrysanthemen möglich.

Häufige Fragen (Schafgarbe)

Wo wächst Schafgarbe?

Überall auf Wiesen, Wegrändern und in Gärten in Deutschland. Blütezeit: Juni bis Oktober. Ernte morgens bei trockenem Wetter. Immer nur die weißen Blüten und Blätter, nicht die Stiele.

Hilft Schafgarbe bei Regelschmerzen?

Ja, Schafgarbentee wirkt krampflösend auf die Gebärmuttermuskulatur. Studien zeigen Reduktion von Dysmenorrhö. Als Tee oder Tinktur ab eine Woche vor dem Einsetzen der Menstruation beginnen.

Kann ich Schafgarbe in der Schwangerschaft nehmen?

In der Schwangerschaft ist Schafgarbe zu meiden — sie kann wehenauslösend wirken. Auch während der Stillzeit mit Vorsicht anwenden.