Ätherische Öle sind hochkonzentrierte pflanzliche Essenzen mit teils beeindruckenden pharmakologischen Eigenschaften. Die Aromatherapie ist eine der ältesten Heilmethoden — und moderne Studien bestätigen viele ihrer Wirkungen.

Wie wirken ätherische Öle?

Ätherische Öle enthalten flüchtige, fettlösliche Moleküle, die über die Atemwege ins Blut gelangen. Über den Riechkolben wirken sie direkt auf das limbische System — das emotionale Zentrum des Gehirns.

Äußerlich angewendet dringen sie durch die Haut ein und wirken lokal antibakteriell, entzündungshemmend oder durchblutungsfördernd.

Die wichtigsten Öle und ihre Wirkung

  • Lavendel: beruhigend, schlaffördernd, wundheilend
  • Eukalyptus: schleimlösend, antibakteriell (Erkältung)
  • Pfefferminze: kühlend, schmerzlindernd (Kopfschmerzen)
  • Teebaumöl: stark antibakteriell und antifungal
  • Thymian: antibakteriell, bronchospasmolytisch
  • Rosmarin: kreislaufanregend, konzentrationssteigernd
  • Kamille: antientzündlich, wundheilend
  • Oregano: stärkstes natürliches Antibiotikum
  • Weihrauch: antientzündlich, immunstärkend
Ätherische Öle NIEMALS pur auf die Haut auftragen (Verbrennungen möglich). Immer in Trägeröl verdünnen (2–3 Tropfen auf 10 ml Basisöl). Nicht in Augen oder Schleimhäute. Kinder und Säuglinge: spezielle Vorsicht und andere Dosierung.

Anwendungsformen

  • Diffuser/Vernebler: ins Zimmer versprühen
  • Inhalation: Schüssel mit heißem Wasser
  • Massage: in Trägeröl verdünnt
  • Bad: 5–10 Tropfen in Badewanne
  • Umschlag: Tuch mit verdünntem Öl
  • Dampfbad für die Haut
  • Roll-on: für unterwegs (fertig gemischt)

Erkältungs-Mischung

In 10 ml Jojobaöl: 3 Tropfen Eukalyptus, 2 Tropfen Thymian, 2 Tropfen Pfefferminze, 1 Tropfen Lavendel. Auf Brust und Rücken einmassieren. 3 Mal täglich.

Häufige Fragen (Ätherische Öle in der Naturheilkunde)

Kann ich ätherische Öle innerlich einnehmen?

Nur in speziell als 'Lebensmittel' oder 'zur inneren Anwendung' gekennzeichneten Produkten und in kleinsten Mengen (1 Tropfen in Honig oder Öl). Die meisten ätherischen Öle sind hochkonzentriert und für die innere Einnahme nicht geeignet.

Wie lange sind ätherische Öle haltbar?

Im dunklen Fläschchen, kühl gelagert: 1–3 Jahre je nach Öl. Zitrusöle oxidieren schneller (6–12 Monate). Öffnen Sie die Flasche möglichst selten und schließen Sie sie sofort.

Welche Trägeröle eignen sich am besten?

Jojobaöl (für Gesicht, lange haltbar), Mandelöl (für Körpermassage), Kokosöl (antibakteriell, festes Öl), Arganöl (für reife Haut), Olivenöl (intensiver Eigengeruch).